4. Cottbusser Ostsee

Der Tagebau Cottbus Nord soll zum Cottbusser Ostsee werden

Der geplante "Cottbuser Ostsee" soll auf den ehemaligen Flächen des Tagebaus Cottbus-Nord entstehen und mit einer Fläche von 1.900 Hektar ab 2025 Deutschlands größter künstlicher See werden. Am 23. Dezember 2015 fuhr der letzte Kohlezug aus dem Tagebau Cottbus-Nord. Als Tagebaubetreiber ist Vattenfall zur Rekultivierung verpflichtet. Mit diesem Projekt soll erstmals ein Tagebausee in Eigenregie des Energiekonzerns Vattenfall geflutet werden. Voraussichtlich in den Jahren 2018/2019 soll erstmals Wasser aus der Spree in den stillgelegten Tagebau Cottbus Nord geleitet werden. Der ehemalige Tagebau Cottbus Nord gehört zum Verkaufspaket der Braunkohle-Sparte von Vattenfall und muss durch einen potenziellen Käufer weiter renaturiert werden.

Da das aufsteigende Grundwasser für die Füllung des Sees nicht ausreichen und nur ca. 12 % der Wassermenge ausmachen wird, ist beabsichtigt, über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich bis zu 30 Millionen m³ Spreewasser einzuleiten. Wenn der See komplett gefüllt ist, wird er eine Kapazität von 150 Millionen m³ Wasser haben und eine Tiefe von ca. 2,50 bis 3,70 Meter, an Randabschnitten werden auch Tiefen von bis zu 30 Meter vorhanden sein.

Es gibt Befürchtungen, dass der See keine gute Wasserqualität haben wird und über die Anbindung an das regionale Gewässernetz Beeinträchtigungen insbesondere der Spree und des Spreewaldes durch hohe Eisenwerte möglich wären. Es bestehen zudem noch zahlreiche Fragen, beispielsweise zur Funktionsfähigkeit der Dichtwand und möglicher Auswirkungen im Falle eines Grundwasserabstromes, die einer Klärung bedürfen.

Das Unternehmen Vattenfall rechnet nach eigenen Angaben mit Eisenwerten von etwa 1 bis 2 mg/l und Sulfatwerten von circa 500 mg/l. Über die Anbindung an das regionale Gewässernetz werden weitere Sulfateinträge in die Spree erwartet, die dort jetzt schon erhebliche Probleme bereiten. Über Grundwasserabströme könnte auch der Spreewald von einer massiven Verockerung bedroht werden. Es gibt zudem noch zahlreiche ungeklärte Fragen, beispielsweise zur Funktionsfähigkeit einer Dichtwand, die einer Klärung bedürfen. Das Landesbergamt prüft derzeit die Antragsunterlagen des schwedischen Bergbaubetreibers. Das Ergebnis soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Weitere Information

Diese Seite ist ein Service von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg

Twitter

Nutze einen oder mehrere der folgenden Hashtags in deinen Tweets und erscheine hier bei Twitter auf braunespreewatch.de: #brauneSpree #Verockerung #Tagebaufolgen #Spreeverockerung #Bergbaufolgen #KlareSpree

Sollte der Twitterfeed nicht angezeigt werden, könnte das an einem Ad- oder Trackerblocker liegen. Einfach für braunespreewatch.de deaktivieren und schon geht es wieder!

Suche