11. Beeskow an der Spree

Beeskow an der SpreeDas Eisenocker wird die Region nördlich des Spreewaldes verschonen, weil es sich im flach gelegen Spreewald abgelagert hat. Doch das unsichtbare Sulfat hat schon heute den Landkreis Oder-Spree erreicht. In Reinigungsanlagen der Tagebaue wird das Salz der Schwefelsäure nicht herausgefiltert. Es existiert kein für diese Mengen bezahlbares großtechnisches Reinigungsverfahren.

Der Umweltverband Grüne Liga schätzt, dass etwa 80 % der Sulfatbelastung der Spree aus den Lausitzer Vattenfall-Tagebauen stammt. Jeder dieser Tagebaue bedeutet über mindestens 20 Jahre zusätzlichen Sulfateintrag in die Spree.

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Erst seit wenigen Jahren ist der hohe Eintrag von Sulfat in die Spree in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Insbesondere vor dem Hintergrund zahlreicher Nutzungsanforderungen und aufgrund des Fehlens im großen Maßstab einsetzbarer Verfahren zur Sulfateliminierung, hat sich das Sulfatproblem in der Spree und weiteren Fließgewässern zum zentralen Gütethema von länderübergreifender Bedeutung entwickelt.

Aktuell erhält die Spree allein über die Grubenwasserreinigungsanlage Tzschelln, welche einen Teil der Sümpfungswässer aus dem Tagebau Nochten aufbereitet, etwa ein Kilogramm Sulfat in der Sekunde. Es kann davon ausgegangen werden, dass zurzeit etwa 80 % des Sulfateintrages der Spree aus dem aktiven Tagebau kommen. Wohl aber wird sich mit der Füllung der Tagebaurestseen, deren Wiederanbindung an das Gesamtsystem und der Nutzung der Tagebaurestseen Dreiweibern/Lohsa II/ Burghammer und Bärwalde als Speicher, der prozentuale Anteil deutlich in Richtung Sanierungsbergbau verschieben.

Es ist davon auszugehen, dass die Sulfatbelastung der Spree in den nächsten Jahren etwa bis 2015 auf mehr als 130 000 t/a anwachsen wird. Länderübergreifend festgelegte Immissionsziele werden bereits überschritten. Im Fokus der Diskussion um das Sulfat in der Spree stehen drei Konfliktbereiche: die Trinkwasserversorgung von Berlin und Frankfurt/Oder, die Betonaggressivität gegenüber Bauwerken und die Auswirkungen im Ökosystem.

Quelle: Heiko Sonntag, Regierungspräsidium Dresden /Umweltfachbereich

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