6. Vorsperre Bühlow

Vorsperre BühlowDie Talsperre Spremberg gilt als wichtige Barriere um das Eisenocker aufzuhalten. Vom Sommer bis Winter 2014 wird die Talsperre saniert und kann daher nicht mehr als Absetzbecken dienen.

Es werden Flockungsmittel und Kalkmilch bei der Vorsperre Bühlow eingeleitet. Man hofft, dass dadurch das Eisenocker nicht vollends in Richtung Cottbus und den Spreewald gelangt. Es gilt ein absolutes Badeverbot während dieser Zeit.

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Maßnahmen gegen Verockerung der Spree - Vor der Talsperre Spremberg

Die GIP GmbH Dresden hat im Auftrag der LMBV mit den Baumaßnahmen zur Konditionierung im Bereich vor und an der Vorsperre der Talsperre Spremberg begonnen. Die Maßnahme besteht aus zwei Teilen. Zum einen erfolgt der Einsatz von Flockungshilfsmitteln zur Intensivierung des Absetzverhaltens in der Vorsperre am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow. Die Flockungsanlage wird nach dem Testbetrieb Anfang August 2014 in Betrieb gehen.

In einem zweiten Schritt erfolgt der Einsatz von Kalkprodukten zur pH-Wert Erhöhung und somit zur Eisenausfällung, d.h. zur Eisen-Flockenbildung an der Spreebrücke in Spremberg-Wilhelmsthal. Die Kalkungsanlage soll Ende August 2014 in Betrieb gehen.

Der Betrieb der Anlagen zur Bekalkung und Zugabe von Flockungshilfsmitteln ist bis Ende 2014 vorgesehen. Das Ziel der Maßnahmen ist einerseits die Verbesserung des Flockungsverhaltens in Bezug auf Eisen und andererseits die Optimierung des Absetzverhaltens in der Vorsperre Bühlow, um auch bei geringeren Aufenthaltszeiten des Spreewassers in der Talsperre (d.h. Vorsperre und Hauptsperre) während der Sanierungsarbeiten des LUGV am Staudamm, eine signifikante Erhöhung des Eisenrückhaltes bereits kurzfristig zu erreichen und die Nutzung der Talsperre auch bei abgesenktem Wasserstand zu sichern.

Quelle: LMBV „Weitere Maßnahmen gegen Verockerung der Spree - Vor der Talsperre Spremberg

Talsperre Spremberg

Die Talsperre Spremberg wurde 1965 zur Hochwasserentlastung und Niedrigwasseraufhöhung der Spree in Betrieb genommen. Ihre Aufgabe zur Regulierung der Durchflüsse in der Spree wird jetzt zunehmend durch die Funktion als Flusskläranlage überlagert. Obwohl die Talsperre Spremberg nie für diesen Zweck vorgesehen war, leistet sie derzeit den entscheidenden Beitrag dafür, dass die Eisenfrachten aus dem sächsischen Raum nicht in Richtung Spreewald weiterfließen.

Nach Untersuchungen aus dem Jahr 2012 erreichen täglich 6,2 t Eisen die Talsperre Spremberg. Das sind ca. 2000 t / Jahr, die sich als Mischschlamm am Talsperrenboden absetzen. Untersuchungen des IWB (2013) haben ergeben, dass so im Sommer ca. 70 bis 90 % der Eisenockerfracht in der Talsperre zurückgehalten werden. Im Winter beträgt die Wirkung 40 bis 60 %. In der Regel kann so ein Wert von unter 1 mg/l Eisen unterhalb der Talsperre gewährleistet werden.Damit ist das Problem aber nicht gelöst. Denn je länger die Talsperre mit den erhöhten Ockerfrachten belastet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei Hochwässern - und damit kürzeren Verweilzeiten des Wassers in der Talsperre - das Eisenhydroxid wieder aufgenommen und spreeabwärts verfrachtet wird.

Einen Eindruck davon konnte man beim Juni-Hochwasser 2013 bekommen. Obwohl der Eisenwert unterhalb der Talsperre nach amtlichen Angaben die Grenze von 2 mg/l nicht überschritten hat, sind aufgrund der langanhaltenden erhöhten Abflüsse, die teils das 7-fache des normalen Wertes erreichten, erhebliche Eisenfrachten in Richtung Spreewald unterwegs gewesen.

Aber auch ohne Hochwasser ist es eine Frage der Zeit, bis die Talsperre ihrer neuen Funktion als Flusskläranlage nicht mehr gerecht werden kann. Wenn das Hauptbecken sukzessive immer mehr Eisen-Mischlamm aufnehmen muss, ist absehbar, dass die Eisen-Rückhaltefunktion aufgrund des verringerten Volumens und der verkürzten Verweilzeiten des Wassers nachlässt.Dieser Effekt ist in Niedrigwasserzeiten bereits jetzt zu erwarten.

Mit der notwendigen Sanierung der Staumauer von August bis Dezember 2014 kann es bereits in diesem Jahr dazu kommen, dass die Eisenfrachten für diesen Zeitraum nicht mehr in der Talsperre zurückgehalten werden können. Um dies zu verhindern, laufen von Seiten des MUGV mit Unterstützung der LMBV Vorbereitungen zur Verbesserung der Rückhaltefunktion in der sogenannten Vorsperre, vor dem Hauptbecken.Die Talsperre Spremberg ist nicht nur ein Becken für den Hochwasserschutz und die Niedrigwasseraufhöhung. Sie ist auch Lebensraum einer vielbeachteten Vogelwelt, Angelgewässer und ein Standbein für den Tourismus in der Region. Das drückt sich u.a. in der Ausweisung als Naturschutzgebiet aus. Mit der Funktion als Flusskläranlage für die sächsische Eisenfracht der Spree ist ihre Bedeutung für die Natur und die Menschen in der Region künftig in Frage gestellt.

Quelle: Aktionsbündnis „Klare Spree“

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