3. Wasserpumpen am Tagebau Welzow

Wasserpumpen am Tagebau WelzowAllein die drei brandenburgischen Tagebaue pumpen jährlich mehr als 200 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Boden.Der größte Teil wird in die Spree eingeleitet.

Um in den Tagebauen der Lausitz trockene Kohle fördern zu können, wurde das Grundwasser um etwa 100 Meter abgesenkt, in einem Gebiet so groß wie Berlin und Saarland zusammen.

 

 

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Wasserabsenkungen

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Größe und Tiefe der Tagebaue immer weiter zugenommen. Der Abbau in Jänschwalde erreicht eine Tiefe von fast 120 Metern, aus der die Braunkohle gefördert wird. Neben den direkten Auswirkungen der Tagebaue auf die Natur und Siedlungsstruktur, hat die Gewin-nung von Braunkohle auch starke Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Region. Denn um Braunkohle gewinnen zu können, muss das Grundwasser bis unter das Abbauniveau im Bereich des Tagebaus durch Pumpen abgesenkt (gesümpft) werden.

Dieses Vorgehen verändert jedoch den gesamten Grundwasserhaushalt sowie die Bodenstruktur im weiteren Umfeld des Braunkohletagebaus und kann an der Tagesoberfläche zu trichterförmigen Senkungen des Bodens um den Tagebau herum, ausgelöst durch Setzungen der, im Lausitzer Revier vor-herrschenden, lockern Bodenschichten aus Sand, Kies und Torf. Besonders dort, wo geologische Besonderheiten und Störungslinien vorliegen, senkt sich die Oberfläche unterschiedlich ab, sodass es zu Schiefstellungen, Erdstufen und Erdspalten kommen kann. Dies verursacht wiederum Bergschäden an Gebäuden, Straßen, Kanalisation usw., aber auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Zwischen dem Beginn der Großtagebaue, den damit verbundenen Sümpfungsmaßnahmen und dem Endzustand des sich wieder einstellenden Grundwasserstands liegen mehr als 100 Jahre. Allein der Zeitraum nach Beendigung der Braunkohlengewinnung bis zur Einstellung der Seeoberfläche der Restseen und des wiederhergestellten Grundwasserstandes beträgt rund 40 Jahre.

Bergschäden durch Grundwasserabsenkung: Betroffene sind auf sich allein gestellt

Die Absenkung des Grundwassers lässt sich nicht auf das Gebiet des Tagebaus beschränken, da die Grundwasserhorizonte wesentlich weitläufiger sind und so Wasser immer wieder nachfließen kann. Die Folge ist, dass es nicht nur in unmittelbarer Umgebung der Tagebaue zu Gebäude- und Infrastrukturschäden kommt, sondern auch in der weiteren Umgebung.

Leider ist über das tatsächliche Ausmaß der Bergschäden durch die Braunkohlegewinnung nur wenig bekannt, da Bergbaubetroffene nach Bundesberggesetz Ansprüche gegenüber den Bergbautreibenden ausschließlich zivilrechtlich geltend machen können und die Bergbautreibenden, anders als in der Steinkohlenförderung, keinerlei nachvollziehbare Daten hierzu veröffentlichen.

Großflächige Bergschäden durch die Tagebaue, mögliche Bergschäden und mögliche Ewigkeitslasten nach Wiederanstieg des Grundwassers wurden wegen dieser langen Zeiträume bisher zu wenig beachtet. Diese Fragen müssen aber geklärt werden, damit nicht am Ende private Hausbesitzer, Gewerbebetriebe und Kommunen vor Schäden stehen, für die dann niemand mehr die finanzielle Verantwortung übernimmt.

Neben bergbaubedingten Unstetigkeiten durch die Grundwassersümpfung kommt es auch durch den Wiederanstieg des Grundwassers zu Bergschäden, wenn nach Beendigung des Tagebaus die Sümpfung eingestellt wird. Einerseits kommt es zu Hebungen der Oberfläche, die allerdings in der Regel deutlich geringer ausfallen als die vorherigen sümpfungsbedingten Senkungen. Andererseits ist zu er-warten, dass das Grundwasser wegen der Senkungen, der verminderten Wasseraufnahmefähigkeit und der besseren Wegsamkeiten im Boden, jeweils verursacht durch den Bergbau, über das vorbergbauliche Niveau ansteigt, im Extrem sogar über das Oberflächenniveau. So steht zu befürchten, dass ähnlich wie bereits in einigen Regionen Sachsens, dauerhaft gesümpft werden muss, weil sich ein dauerhaftes Gleichgewicht mit sauberem Grundwasser nicht mehr herstellen lässt (Ewigkeitslasten).

Bergschäden durch den Braunkohlebergbau. Große Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen vom 28.02.2013

 

 

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