2. Sandsturm Tagebau Jänschwalde

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02 DLdS 7766Um Braunkohle zu gewinnen, muss der Boden etwa 100 Meter tief abgegraben werden. Ebenso tief wird dabei das Grundwasser abgesenkt. Durch Windböen werden Sand und Staub aus den ausgetrockneten Böden weit über die umliegenden Ortschaften verteilt.

Sandstürme ähnlich denen in der Sahara sind keine Seltenheit im Umfeld der Tagebaue. Es dürfte klar sein, dass in Zukunft „temporäre Wetterextreme“ zunehmen werden, so die Vorsitzende des Umweltausschusses. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bestätigt die Befürchtung. Bereits im Jahr 2010 warnte das PIK, dass durch den Klimawandel bis 2040 vermehrt ausgeprägte Hochwasser- und Dürreperioden sowie extreme Unwetter mit Hagelstürmen bis hin zu Tornados erwartet werden.

Klimawandel

Der globale Klimawandel ist bereits in der Lausitz im vollen Gange. Nach Studien des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zur regionalen Klimaveränderungen wird für Brandenburg eine Zunahme an Dürre- und Hochwasserperioden prognistiziert. Das PIK sagt eine Zunahme an Unwetterereignissen durch sintflutartige Regenfälle, Hagelstürme und Orkane voraus. Ein Grund für den Klimawandel ist der verstärkte CO2-Ausstoss, auch die Braunkohle-Nutzung. Die Energiegewinnung durch Braunkohle in Brandenburg verursacht einen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 wie im 23 Mal größeren US-Bundesstaat Texas.

Download Vortrag Manfred Stock (PIK)

Landwirtschaft

Aufgrund des fruchtbaren Lößbodens war die Lausitz vor dem Braunkohleabbau in einigen Bereichen ackerbaulich genutzt. Die heutige Vegetation weit vom natürlichen Zustand entfernt. Es dauert einige Jahrzehnte, bis sich wieder eine stabile Pflanzengesellschaft etabliert hat.

Der Brandenburger Bauerbund übte scharfe Kritik am neuen Tagebau Welzow: „Die Kippen, die Sie uns nach dem Tagebau hinterlassen, sind kein Boden im landwirtschaftlichen Sinne, sondern Unland. Alle typischen Merkmale von Boden, eine dichte mineralische Struktur mit Humusanteil und Verbindung zum Grundwasser, fehlen komplett“

„Erträge, die den Aufwand der Bewirtschaftung rechtfertigen, sind von solchen Flächen nicht zu erwarten. Eine Wirtschaftlichkeit ergibt sich derzeit ausschließlich aus der Kombination von sehr niedrigem Pachtzins und vollen Agrarsubventionen. Würden die Agrarsubventionen wegfallen, wären die Kippen selbst ohne Pachtzins nicht mehr bewirtschaftungswürdig.“

„Auf einem Hektar dreschen wir etwa 50 Dezitonnen Roggen, das mal 20 Euro macht einen Erlös von ungefähr 1000 Euro pro Hektar. Nach dem Planentwurf sollen rund 1000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche abgebaggert werden, macht 1 Million Euro pro Jahr. Und jetzt können Sie sich aussuchen, wie lange es braucht, bis auf den unfruchtbaren Kippen wieder so etwas wie Boden entsteht.

„Die Böden, die Sie abbaggern wollen, sind jedenfalls 12.000 Jahre alt – so lange ist die letzte Eiszeit vorbei, die alles hin und hergeschoben hat. Ich komme Ihnen jetzt mal ganz weit entgegen und setze hochoptimistisch nur 1.000 Jahre an. Dann vernichten Sie hier immer noch – das bitte ich festzuhalten – ein Ertragspotential von 1 Milliarde Euro.“

Auszüge Beitrag Reinhard Jung zum Erörterungstermin zum Braukohle- Planentwurf Welzow-Süd II am 11. Dezember 2013 in Cottbus

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